Die Kosten des Rauchens für Unternehmen
Eine Übersicht zu den betriebswirtschaftlichen Auswirkungen des Rauchens.
„Jetzt geht der schon wieder rauchen – der soll lieber was arbeiten für sein Geld.“ Solche Sätze hört man in vielen Unternehmen. Sie spiegeln den Unmut wider, den regelmäßige Rauchpausen im Team auslösen können und weisen auf ein größeres Problem hin: Rauchen verursacht nicht nur gesundheitliche Schäden, sondern auch erhebliche betriebswirtschaftliche Kosten.
Tabakkonsum verringert die Produktivität von Arbeitnehmern unter anderem durch erhöhte Fehlzeiten. Eine Übersichtsarbeit aus 29 Studien zeigte, dass rauchende Arbeitnehmer im Vergleich zu Nichtrauchern eine um 33 % höhere Wahrscheinlichkeit hatten, von der Arbeit fernzubleiben. Sie waren durchschnittlich 2,7 Tage pro Jahr häufiger krankgemeldet. [1]
Obwohl in zahlreichen Betrieben das Rauchen nur noch in Pausen oder außerhalb der Arbeitszeit gestattet ist, fehlt in anderen jegliche Vorgabe. Dort sind Rauchpausen während der Arbeitszeit immer noch eine selbstverständliche Gewohnheit. In diesen Unternehmen entsteht durch Rauchpausen der größte Einzelkostenfaktor von rauchenden Beschäftigten und führt zu hohen Arbeitszeitverlusten von 8 bis 30 Minuten pro Tag und Mitarbeitenden. Auf das Jahr berechnet sind das bis zu 15 Arbeitstage an Produktivitätsausfall für ein Unternehmen. [2]
Eine Studie in einem großen US-amerikanischen Unternehmen verglich über einen Zeitraum von 3 Jahren die Gesundheitskosten und Kosten durch Produktivitätsausfall von Rauchern und Nichtrauchern. Insgesamt verursachten rauchende Arbeitnehmer den Arbeitgebern schätzungsweise 900 bis 1383 Dollar mehr Kosten als ihre nicht rauchenden Kollegen.[3]
Raucher scheiden zudem in der Regel deutlich früher aus dem Erwerbsleben aus. Dadurch ergeben sich zusätzlich indirekte Kosten durch den vorzeitigen Verlust erfahrener Fachkräfte, erhöhte Kosten für Nachbesetzung und Einarbeitung sowie Wegfall wertvollen Erfahrungswissens. [4]
Eine internationale Studie mit über 120.000 Beschäftigten aus der EU, den USA und China zeigt: Ein Rauchstopp senkt die krankheitsbedingten Fehlzeiten messbar. Auch bei Personen, die erst vor wenigen Jahren aufgehört hatten zu rauchen, gingen die Fehltage durch Krankheit signifikant zurück. Der positive Effekt zeigt sich also schon kurzfristig und wirkt sich direkt auf die Produktivität im Unternehmen aus. [5]
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[1] Weng SF, Ali S, Leonardi-Bee J. Smoking and absence from work: systematic review and meta-analysis of occupational studies. Addiction. 2013;108(2):307–319
[2] Berman M, Crane R, Seiber E, Munur M. Estimating the cost of a smoking employee. Tob Control. 2014;23(5):428–433. doi:10.1136/tobaccocontrol-2012-050888
[3] Sherman BW, Lynch WD. The relationship between smoking and health care, workers’ compensation, and productivity costs for a large employer. J Occup Environ Med. 2013;55(8):879–884. doi:10.1097/JOM.0b013e31829f3129
[4] Gaggero A, Ajnakina O, Zucchelli E, Hackett RA. The effect of heavy smoking on retirement risk: A mendelian randomisation analysis. Addict Behav. 2024 Oct;157:108078. doi: 10.1016/j.addbeh.2024.108078. Epub 2024 Jun 17. PMID: 38889551.
[5] Baker CL, Flores NM, Zou KH, Bruno M, Harrison VJ. Benefits of quitting smoking on work productivity and activity impairment in the United States, the European Union and China. Int J Clin Pract. 2017;71(1)
Nichtraucherschutz in Unternehmen